Tage 1’035 – 1’041 – Ehrliche Zusammenarbeit

1.08.2011 bis 7.08.2011 (-CHF 440.96)

Verehrte Kapitalisten,

In der vergangenen Woche habe ich gerade noch rechtzeitig reinen Tisch gemacht und die meisten meiner US Aktien regelrecht abgestossen und das Geld in CHF gewechselt. Wenn ich dies nicht getan hätte, dann wäre mein Verlust noch viel höher ausgefallen. Schon eigenartig wie sich die finanzielle Verteilung und die Gegebenheiten innert kürzester Zeit ändern können. Es wird sich nun zeigen, wer sich zu stark aus dem Fenster lehnte und auf der Strecke bleiben wird.

Manchmal denke ich mir, dass die ganze Finanzartistik effektiv nur eine gute Zirkusvorstellung ist. Bevor man mit Geld jonglieren kann, muss man es auch haben. Ich denke wir sollten alle wieder einmal damit beginnen, mit Mut und Tatendrang etwas zu erschaffen und zu produzieren und uns nicht damit begnügen, dass andere etwas für uns tun.

Mein Bruder sagte mir, dass ihm einst ein Singapoorianer sagte, dass es eigentlich am Besten wäre, wenn die Europäer Sachen entwickeln, Asiaten diese Entwicklung produzieren und die Amerikaner das Produzierte anschliessend verkaufen sollten. Ist eigentlich gar nicht mal so eine abwägige Aussage.

Wie auch immer die wirtschaftliche Situation aussehen wird, wir sollten effektiv wieder im grossen Stil mit der Entwicklung neuer Maschinen, der weiterentwicklung bestehender Techniken oder dem Forschen an unbekannten beginnen, denn das war und wird der Aufschwung Europas sein. Heute fuhr ich beispielsweise am Fliegermuseum Dübendorf vorbei. Dort ist das legtzte in der Schweiz entwickelte Düsenflugzeug beim Eingang ausgestellt.

Ich fragte mich, wehalb denn eigentlich mit der Forschung an neuen Flugzeugmodellen augehört wurde. Es gibt wenig Länder, die eine solche Innovationskraft und soviel Entwicklungsgeist haben wie die Schweiz. Falls die Serienproduktion zu teuer geworden wäre, oder der Platz für Testphasen fehlte, kann dies kein Argument sein, denn unsere Nachbarländer wären sicher bereit gewesen, sich zu beteiligen, denn es wäre auch in deren Interesse gewesen.

Auf was ich eigentlich hinaus will, jedes Volk hat seine Stärken und seine Schwächen. Wenn man jedoch auf ehrlicher und fairer Weise zusammen arbeitet, dann kann dies nur von gegenseitigem Interesse sein. Vor allem dann, wenn dies auf engstem Raum wie in Mitteleuropa der Fall ist. Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Lichtenstein und die Schweiz zusammen mit Holland könnten es gemeinsam in einer Handels-, Entwicklungs- und Produktionsunion fertig bringen, wirtschaftlich weltweit einsame Spitzenklasse zu werden.

Bis nächste Woche

Der Kapitalist

Sam

Schreiben macht mich durstig, danke für Ihre Spende.

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