Tage 1’107 – 1’013 – Abbruchstimmung

4.07.2011 bis 10.07.2011 (-CHF 109.01)

Verehrte Kapitalisten,

Ich habe gerade eine sehr abwechslungsreiche Woche hinter mir. Mein Brötchengeber hat aus strategischen Gründen entschieden, unseren Standort mit zwei Betrieben in Biel zu schliessen. Ich habe den interessanten Auftrag erhalten, den Rückbau zu organisieren. Die Schwîerigkeit lag darin, alles so zu demontieren, dass wir das ganze 1:1 am Flughafen Wien wieder aufbauen können. Es war ein wahrer Kraftakt, denn die Betriebe wurden so gebaut, dass diese in hundert Jahren noch wie neu ausgesehen hätten.

Wir hatten für dieses Kunsstück gerade einmal zwei Tage Zeit. Daher zog ich von Zürich und Genf ein dutzend Leute ab. Nach 41 Stunden harter Arbeit, für die wi nicht ausgebildetet sind, fuhr der letzte Sattelschlepper prall gefüllt weg und wir konnten uns endlich zu einem geselligen Bier setzten, bevor wir kurze Zeit später in einen schier endlosen Schlaf fielen. Am Freitag durfte ich dann endlich wieder meine normale Büroarbeit erledigen. Für ein anderes Projekt in Genf bestellte ich die verantwortliche Person nach Zürich.

Das Meeting dauerte so lange, dass mein Genfer Mitarbeiter den letzten Zug verpasste. Da er jedoch am nächsten Tag in aller früh mit seiner Frau nach Frankreich in die Ferien gehen sollte, fuhr ich ihn in der Nacht noch nach Genf und anschliessend wieder zurück. Nachdem auch dies noch erledigt war, spürte ich dann schon jeden Knochen und jeden Muskel reklamieren. Dummerweise musste ich am Samstagmorgen noch einiges erledigen. Es war also eine tüchtige Woche. Die Früchte für all dies konnte ich noch nicht ernten. Ich sehe dies jedoch als Investition.

Meinen Vermögenswerten tat die vergangen Woche ebenfalls nicht so gut. Das Minus ist dreistellig. Dafür könnte ich meine EURO Bargeldbestände zu einem minim besseren Kurs loswerden. Kurze Zeit nachdem ich die EURO gewechselt hatte, fing der Kurs dann auch schon wieder nach unten zu sinken. Daher bin ich nicht mal so unglücklich, dass ich durch die Wechslerei einen Währungsverlust von gut 50 Franken erlitt. Der Punkt ist, dass nachdem Griechenland die Gelder erhalten hat, andere EURO Länder wieder in den Fokus der Geldgeber gelangen.

Bis nächste Woche

Der Kapitalist

Sam

Schreiben macht mich durstig, danke für Ihre Spende.

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