Tage 1’093 – 1’099 – Sinnieren

20.05.2011 bis 26.05.2011 (-CHF 32.92)

Verehrte Kapitalisten,

Gerade eben bin ich von einem wunderschönen Ausflug ins Jura heimgekehrt. Ich habe ein Bild in der Zeitung von dieser unglaublich schönen Region gesehen und musste dies mit eigenen Augen nochmals begutachten. Der Zeitungsabdruck konnte in keiner Art und Weise auch nur Annähernd die Schönheit und Ruhe dieses Ortes abbilden. Ich bin begeistert und auch erstaunt.

Ich hatte heute also genügend Zeit, Ruhe und Gelassenheit, um ein wenig über die Eurokriese zu sinnieren. Ich überlegte mir, weshalb wohl hauptsächlich Griechenland in den Zeitungen steht. Denn weitere EURO-Länder, allen voran Irland und Portugal, haben genau gleiche Finanzprobleme wie Griechenland und benötigen dringend Geld. Zusätzlich haben Finanzinstitute und nationale Zentralbanken gesunder EURO-Länder jedoch selber sehr viele Staatsanleihen strauchelnder EURO Mitgliedsstaaten in den Büchern.

Ich kam zum Schluss, dass Griechenland als ausgezeichnetes Ablenkungsmanöver hinhalten muss, damit die Finanzinstitute anderer Mitgliedsländer die Staatsanleihen von Irland oder Portugal und weiterer Kandidaten in aller Ruhe an die Europäische Zentralbank abstossen können, damit benötigte Vermögenswerte und das Finanzsystem gesichert sind. Denn, wenn nur ein einziges Land mit dem EURO als Währung bankrott gehen würde, dann wären die Konsequenzen für alle Währungsunionsmitglieder bekanntlich verheerend.

Die Europäische Zentralbank hat momentan eigentlich gar keine Mittel mehr, denn dieses Institut hat in den vergangenen Monaten alle Schuldpapiere maroder Mitgliedsländer von verschiedensten Finanzinstituten aufgekauft. Diese Tatsache könnte darauf hinweisen, dass Die EZB selber so umgebaut wird, dass diese schlussendlich Bankrott anmelden muss. Daraufhin würde eine neue EZB und eine Auffanggesellschaft gegründet und die Schuldpapiere wären vom Tisch.

Dies wäre ein interessanter Schachzug und würde nur kurzfristig einen Schaden und Vertrauensverlust generieren. Die EU als Ganzes könnte hingegen davon in grossen Maase profitieren und hätte dadurch auch eine Gelegenheit die Zusammenarbeit um die bekannten Fehler der Vergangenheit zu bereinigen.

Wie auch immer die Angelegenheit geregelt wird, es muss effektiv endlich etwas passieren, denn ansonsten wird Europa wahrlich in die zweite Liga absteigen und dies wäre höchst ungerecht für die wirtschaftlich Potenten Mitgliedsstaaten.

Bis nächste Woche

Der Kapitalist

Sam

Schreiben macht mich durstig, danke für Ihre Spende.

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