9.05.2011 bis 15.05. 2011 (-CHF 2.52)
Verehrte Kapitalisten,
Die vergangene Woche war geprägt von vielen Tiefen und ein paar wenigen Höhen. Auf jeden Fall konnte ich die Höhe meines Vermögens beinahe halten. Da ich in den vergangenen Wochen ein paar kleinere Investitionen in Verkaufsartikel im Umfang von ein wenig mehr als CHF 600 getätigt habe und ansonsten nicht sehr viel wirkliches zur Vermögensvermehrung unternahm, kann ich damit eigentlich durchaus zufrieden sein.
Mein Zwillingsbruder kaufte sich vor ca. zwei Jahren einmal eine Vespa und fuhr sagenhafte 300 Kilometer damit. Da diese seither in der Garage meiner Eltern rumstand, schlug meine Mutter vor, diese zu verkaufen. Kurze Zeit später war die Vespa dann auch schon auf eBay zum Verkauf angeboten. Stolz teilte sie mir mit, dass innerhalb von gerade einmal einem halben Tag schon über 250 Besucher das Angebot betrachteten. Nach weniger als 24 Stunden war das gute Stück dann auch schon für CHF 3’500 verkauft.
Da viel mir auch gleich wieder ein, dass ich vor ca. zwei Wochen einen Lagerraum für unser Geschäft besichtigte. Dort standen sehr viele alte Vespas rum. Der Vermieter erzählte mir, dass ein Händler aus Vietnam alle alten Vespas aufkauft, diese nach Vietnam verfrachtet und dort als Ersatzteile wieder verkauft. Anscheinend hat das Vietnamesische Militär noch eine Unzahl der alten Vespas in Gebrauch und die Ersatzteile werden rar.
Nun überlegte ich mir also, ob ich mit meinen Verkaufsartikel wirklich das richtige Geschäft gewählt habe oder ob Zwei- und vier Rädrige Gefährte nicht doch eine bessere Rendite bringen würden. Da ich jedoch bei Autos und Co. nicht wirklich ein Experte bin, würde dies auf gut Glück geschehen und ich gehe davon aus, dass ich einiges an Lehrgeld bezahlen müsste.
Nun wie oben erwähnt musste ich einen Lagerraum für unser Geschäft organisieren, in dem wir in Zukunft all unsere Gerätschaften unterbringen möchten. Es handelt sich dabei um eine unglaubliche Vielzahl von Küchengeräten und allerlei Servicegeräte, wie Kaffee- Eis- oder Glasmaschinen, welche sich über die vergangenen fünf Jahre so angesammelt haben. Alles was nicht mehr gebraucht werden wird, darf ich verkaufen.
Da dies nicht zu meinen Kernaufgaben gehört, jedoch interessant ist, habe ich die Aufgabe angenommen. Nun bin ich mit dem Operations zusammen daran, den Abtransport zu organisieren, die Waren zu inventarisieren um anschliessend den Restwert mit der Anlagebuchhaltung abzugleichen. Wenn dies getan ist, werde ich unsere Operationsleute an den verschiedenen Standorten fragen, was diese noch gebrauchen können. Der nächste Schritt ist der spannendste; Was nicht mehr gebraucht wird, wird zu barer Münze gemacht.
Bis nächste Woche
Der Kapitalist
Sam
Schreiben macht mich durstig, danke für Ihre Spende.
